Verein
SARAH Seenotrettung
Wir sind SARAH-Seenotrettung. Seit der Gründung 2020 ist der Fokus klar: Menschen fliehen vor Krieg, Gewalt, politischer, religiöser oder ethnischer Verfolgung, Umweltkatastrophen und der Klimakrise. Diese Flucht ist hochgefährlich, weil Flüchtende kriminalisiert werden. Allein auf dem Mittelmeer sind nach offiziellen Zahlen bereits etwa 35.000 Menschen in den letzten Jahren umgekommen. Das italienische Rote Kreuz spricht sogar von bis zu 200.000 toten Menschen, und die Dunkelziffer ist mutmaßlich noch viel höher. Seenotrettung und deren Koordination wäre Pflicht der EU und der Mitgliedsstaaten. Doch der politische Wille verhindert die Einhaltung geltenden Rechts. Deshalb kommt die Zivilgesellschaft ins Spiel: SARAH rettet flüchtende Menschen vor dem Ertrinken oder Verdursten. Wo Regierungen und die EU wegschauen oder Mauern und Stacheldraht errichten, braucht es zivilgesellschaftliches Engagement. Die Expertise, zum Teil seit zehn Jahren, hat zur Gründung der SARAH gUG geführt. Tote durch Ertrinken oder Verdursten an Europas Außengrenzen sind vollkommen inakzeptabel. Jedes gerettete Leben zählt. Daher braucht es eine Vielzahl an Schiffen und NGOs. Große Schiffe können mehr Menschen retten, müssen aber, von Italien gesteuert, zur Ausschiffung Häfen weit in Norditalien ansteuern. Zwei oder mehr kleinere Schiffe leisten dasselbe wie ein großes, dürfen aber auf kürzestem Wege direkt Lampedusa ansteuern. Das ist ein Vorteil für geschwächte und zum Teil verletzte Menschen, die schnellstmöglich an Land gebracht werden müssen. SARAH arbeitet ausschließlich mit ehrenamtlich tätigen Personen, hat derzeit keine Overheadkosten und ist zu 100 Prozent spendenfinanziert. Das erste Schiff, die SARAH, musste wegen irreparabler Schäden und zu hoher Kosten aufgegeben werden. Aktuell arbeitet die Crew mit dem Segelschiff THETIS II, 14,5 Meter lang. Perspektivisch soll ein größeres Segelschiff folgen, weil Segeln geringere Betriebskosten bedeutet. Die Schiffe haben fast traditionell die Farbe Orange: eine leuchtende, weithin sichtbare Farbe, die flüchtenden Menschen Sicherheit signalisiert. Search-and-Rescue-Operationen beginnen mit Schwimmwesten, dann medizinische Hilfe und Trinkwasser, dann Rettung auf das Schiff und zuletzt die Ausschiffung in einem Port of Safety. Die Operationsbasis ist Sizilien. Von dort startet die Crew nach einer Woche Training in die 14-tägigen Einsätze. Menschenrechte kennen keine Grenzen.


